Lass los und starte neu durch

Das Jahr neigt sich zu Ende und etwas Neues beginnt. Ein Kreislauf – der Kreislauf der Natur, der unaufhaltsame Kreislauf der Erde. Heute ist Silvester der Jahreswechsel steht an.   Die Natur hat ihren Wechsel schon vollzogen. Die Tage werden wieder länger. Die Sonne kommt wieder. Beim Räuchern ist um Weihnachten die Zeit des Loslassen, wobei diese für mich schon im Herbst beginnt. Es ist ein Symbol des Loslassen, wenn die Bäume ihre Blätter verlieren. Ich hatte heuer das Glück, diese positive Erfahrung zu machen. Den Prozess, gestartet, um die Trennung von meiner Frau besser zu verkraften, beschleunigt dann durch ein Hochwasser. Ein gutes Gefühl, sich von Dingen zu trennen, die man nicht mehr braucht, die Ballast sind. Was dieses Gefühl verstärkt ist, wenn man die funktionierenden Gegenstände, die guten Kleider auch noch karitativen Zwecken zukommen lassen kann. Hier in Pernitz/Neusiedl/Gutenstein haben wir glücklicherweise einige solcher Privatsammler, die dann Flohmärkte für Hilfsorganisationen und heimische Notleidende veranstalten. Dennoch ist ein 40m³ Container voll geworden, satte 2,8t sind aus meinem Haus, Keller, Dachboden dem Müll zum Opfer gefallen. Auch wenn man sich seinem Ballast nicht immer bewusst ist, er ist da. Er hindert einen an der Weiterentwicklung, am Voranschreiten. Um weiter zu kommen, muss man sich von Altem trennen. Man darf es sich aber nicht nur vornehmen, sich von diesen Dingen zu trennen, man soll es auch so schnell wie möglich durchziehen. Es kostet sonst nur zusätzliche Kraft, wenn man sich trennen will und es nicht tut. Jedes Mal, wenn man drauf stößt, fällt einem diese Arbeit, diese Last wieder ein. Bei mir dauerte es ungefähr ein Jahr vom Vornehmen bis zum Durchziehen. Es war immer unglaublich, wenn ich dann in den Keller ging und die Sachen immer wieder aufs Neue hochkamen, denn dann bist du dir ihrer bewusst und es verstärkt das Gefühl der Last. Soll jetzt nicht heißen, dass es anders besser ist, aber dir fällt die Schwere der Last nicht so auf. Obwohl mein Keller und mein Haus immer sauber und rein war, haben sich unvorstellbar viele Dinge angesammelt. Doch die Frage die ich mir stelle ist: wieso? Wieso soll man altes als Erinnerung aufheben, wenn man den Moment bewusst erlebt hat? Hierzu eine Textpassage aus Cloud Cult's „Time machine invention“ (zum Text) (zum Lied) Grob übersetzt:

Du stellst in der Zukunft fest, dass die Gegenwart die Vergangenheit ist.

Wenn wir dem Moment unsere volle Aufmerksamkeit geben, können wir vorwärts gehen ohne das Bedürfnis zu haben, zurück zugehen.“

Deshalb ist es mir ein Anliegen, den Moment zu genießen und im Augenblick zu leben. Dann sind die Erinnerungen kein Ballast sondern ein Teil - positiv so wie negativ. Man muss sich nichts mehr aufheben, dieser Lebensabschnitt ist vorbei. Man hat sein Bestes gegeben, hat Entscheidungen getroffen, die einen in eine bestimmte Richtung führen. Es nützt nichts, in der Zukunft ein „Was-wäre-wenn-Spiel“ in der Vergangenheit zu spielen. Entschieden ist entschieden, das Beste daraus machen, wenn es nötig ist den Kurs korrigieren aber weiter gehen. Wie der Prozess der Natur. Entscheidungen treffen, Taten setzen das ist der Neubeginn. Daraus werden Triebe, Blüten, Äste, Verbindungen, die über das Jahr wachsen und reifen durch das Tun. Es werden gesunde, kräftige Triebe daraus entstehen. Manchmal, bei falschen Entscheidungen, können auch Triebe entstehen, die nur Kraft kosten, nicht treiben, nicht blühen. Im nächsten Kreislauf kommt der Herbst. Wir lösen uns, wie die Natur, von diesen Trieben. Wir schütteln sie ab, wir legen sie ab, um Platz für Neues, Wunderbares zu schaffen. Wir zerfließen nicht in Selbstmitleid. Wir sagen: »Okay, war so!«, lernen daraus und lassen es los. Gehen wir in ein neues, jungfräuliches Jahr. Sähen wir unsere Samen, setzen neue Triebe und machen das Beste daraus. Ich wünsche euch alles Gute im Neuen Jahr und viel Spaß mit diesen Liedern, die gut dazu passen. Cloud Cult: Time machine Invention Silbermond: Leichtes Gepäck

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