Todsünde Gier – das Gedicht

Gier

Gier bedeutet:
Alles gehört mir.
Ich will mehr
und gebe nichts her.

Ich sammle, ich horte,
bekomme nie genug –
suche das Glück im vielen Besitz.
Hab ich ihn dann,
stellt sich das Glück nicht ein,
will ich wieder mehr, um glücklich zu sein.
Was für ein grotesker Witz!

Das Glück, das will nicht kommen.
Ich verstehe es nicht,
habe ich dir doch schon alles weggenommen.

Mein Hab und Gut ist viel.
Ich bin reich an materiellen Dingen,
doch auf die Flügeln des Glücks
konnte ich mich nur für kurze Dauer schwingen.

Im Gegenteil:
Die Sorge des Verlustes,
die Angst um die Existenz
– sie steigt.
Und der Weg zum Glück wird
dadurch nur sehr begrenzt.

Die Gier –
hat sie dich einmal erfasst,
drückt sie auf dein Gemüt,
nimmt dir deine Seele
und wird zur unheimlichen Last.

Sie bestimmt dein Handeln,
sie bestimmt dein Tun,
will deinen Besitz vermehren
und lässt dich nicht mehr ruhen.

Die Gier –
sie beutet aus,
sie schändet die Welt
und alles nur wegen immer mehr Geld.

Sag mir:
Wie komme ich raus aus dieser Spirale
immer mehr zu wollen, um glücklich zu sein?

Lerne, die Gier
zu erkennen.
Lerne, die Gier
beim Namen zu nennen.

Lerne, dich zu lösen
von all deiner Habe.
Lerne den Verzicht.
Lerne zu teilen.
Gib von Herzen,
aber nimm auch wohlwollend an.
Das ist der Weg,
um menschlich zu sein.

 

 

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