Bedürfnisse erfüllen? JA – aber wie?

Im heutigen Beitrag möchte ich über Bedürfnisse schreiben.
Was ist so wichtig daran und was bewirken sie?
Ist das Erfüllen und Achten der eigenen Bedürfnisse egoistisch?

Welche Arten gibt es und was passiert mit dir, wenn sie erfüllt sind?
Was haben du und dein dein Umfeld davon?

Doch davor möchte ich noch über mein erstes Seminar

“Rückkehr zum Frieden mit der Sprache des SEINS”

berichten.
Dem Feedback der Teilnehmer nach zu urteilen, ist es mir gut gelungen.

Denn das sind meine Bedürfnisse: Harmonie, Vertrauen, Wertschätzung, Bildung, Wirksamkeit.

Diese Bedürfnisse habe ich mir mit meinem gewählten Weg erfüllt und es ist ein schönes Gefühl.
Was aber noch viel schöner war: Die Rückmeldungen der Seminarteilnehmer haben in mir Glückshormone produziert, von denen ich noch ewig zehren kann. 🙂
Die Freude, die ich beim Halten des Seminars empfand, und die Ruhe, die sich im Laufe der Zeit immer mehr in mir und auch spürbar im Raum ausbreitete, habe ich sehr genossen. Zusätzlich empfand ich die Begegnung mit Menschen, die ich mit meiner Arbeit berühren und auf ihrem Weg unterstützen konnte, als unglaublich bereichernd.
Kommen wir aber jetzt zum heutigen Thema: Bedürfnisse.

Arten von Bedürfnissen

Bei Bedürfnissen unterscheiden wir generell zwischen:

  • Physiologischen Bedürfnissen
    z. B. Atmung/Luft, Nahrung/Essen/Trinken, Schlaf/ausruhen
  • Ich – bezogenen Bedürfnissen
    z. B. Selbstständigkeit, Kreativität, Wirksamkeit, Ehrlichkeit
  • Sozialen Bedürfnissen
    Zugehörigkeit, Anerkennung, Unterstützung, Liebe, Nähe

Im  PDF “Bedürfnisse” habe ich euch die wichtigsten aufgelistet.

Annahmen über Bedürfnisse

In der “Gewaltfreien Kommunikation” oder wie ich sie liebevoll nenne,
Sprache des SEINS↵, wurden von Marshall B. Rosenberg Annahmen aufgestellt. Annahmen über Bedürfnisse, wobei er die erste von Manfred Max-Nef, einem chilenischen Ökonomen, entlehnt hat.

“Alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Kultur, haben dieselben Bedürfnisse.”

“Das Analysieren oder Bewerten ist ein tragischer Ausdruck unserer eigenen Werte und Bedürfnisse.”

“Alles, was ein Mensch tut, dient der Erfüllung von Bedürfnissen.”

Wichtig: Etwas anzuerkennen heißt nicht, es zu billigen.
Doch gerade die letzte Annahme hilft mir sehr, in einem Gespräch bei mir zu bleiben.

Die Annahme, dass das Analysieren ein tragischer Ausdruck unserer eigenen Bedürfnisse ist, zeigt uns, wie wichtig es ist, zu seinen Bedürfnissen zu stehen und sie zu erfüllen.

Was ich noch mit euch teilen will, ist meine Interpretation davon was passiert, wenn wir uns unsere Bedürfnisse erfüllen.

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Der Bedürfnisbaum

Anhand des Bedürfnisbaums möchte ich euch zeigen was passiert, wenn man sich seine Bedürfnisse unter Einhaltung der eigenen Werte erfüllt.

Ein Baum entsteht, in dem der Samen eines anderen Baumes auf den Boden fällt. Dieser wird zu einem mächtigen Baum, wenn die Umgebung passt und die Nährstoffe im Erdreich die richtigen sind. Wenn wir Bäume beobachten, richten sie sich meist nach dem Licht aus – sie strecken sich nach der Sonne. Wie können wir zu einem großen mächtigen Baum werden, der fest im Leben steht, Halt und Schutz bietet?

Das Erdreich stellt unser Bedürfnis dar, welches wir erfüllt haben wollen,
z. B.  Abenteuer:

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Kommunizieren wir unser Bedürfnis mithilfe der Gewaltfreien Kommunikation, so sind uns noch andere Bedürfnisse, wie z. B. Wertschätzung, Respekt, Aufmerksamkeit, Akzeptanz, Verständnis, Klarheit, Verbundenheit, wichtig.

Wie bringen wir das jetzt an die Oberfläche? 

Unser Wurzeln sorgen dafür.
Sie holen unsere Bedürfnisse an die Oberfläche, indem wir folgendes ausdrücken:

  • Was habe ich beobachtet?
  • Welche Gefühle löst das bei mir aus?
  • Welches Bedürfnis möchte ich erfüllt haben?
  • Mich oder andere um Erfüllung bitten.

Das Ganze fließt optimal empor, wenn noch Herzensabsicht und der Wunsch nach Verbindung mitschwingt.

Dann wird aus den Samen ein stattlicher Stamm.

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Durch Übung und Anwendung, Kurse und Freunde, die mich dabei unterstützen, fängt der Stamm an, starke Äste zu bilden und die beginnen so richtig aufzublühen.
Wir beginnen, gefestigt und in uns verwurzelt, im Leben zu stehen.

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Durch diese Art der wertvollen Kommunikation und das Achten auf meine eigenen Bedürfnisse entfalten sich wunderbare Dinge. Auf der einen Seite habe ich durch mein eigenes Aufblühen das nötige Vertrauen, um Hilfe zu bitten. Auf der anderen Seite erfreuen sich Menschen an meiner Nähe. Sie fühlen sich wohl. Sie können sich an meiner Energie nähren (Früchte), sich bei mir ausruhen, geborgen fühlen und entspannen. (Es gibt nichts Schöneres, als an einem warmen Sommertag unter einem schattigen Baum zu liegen).

Die Früchte, die mein Baum trägt, sind meine erfüllten Bedürfnisse und mit jedem Mal werde ich prächtiger. Ich kann auch aufmerksamer und emphatischer für andere da sein – präsent sein.
Das ist ein wunderbarer Kreislauf zwischen Geben und Nehmen.

Wie kann ich mir meine Bedürfnisse erfüllen?

Ganz wichtig ist zu verstehen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt sich seine Bedürfnisse zu erfüllen. Für alles, was ich benötige, gibt es mehrere Strategien.
Will ich zum Beispiel Ruhe, kann ich mich auf die Couch zurückziehen und rasten, oder in den Wald spazieren gehen, oder meditieren!

Mit anderen Worten: Bekomme ich das Bedürfnis auf die eine Weise nicht erfüllt, kann ich über eine andere Strategie nachdenken.

Ich kann einen Freund bitten (jener im Bild, der die Gießkanne trägt) und mich unterstützen lassen oder aber auch mir selbst das Benötigte erfüllen. Das stellt die Sonne dar.
Wenn ich gerade Liebe und Zuneigung brauche und niemand anderes da ist, kann ich mir beides sehr wohl auch selbst geben.

Was ist der Benefit an erfüllten Bedürfnissen?

Zum einen macht es unglaublich glücklich. Unsere Gefühle werden von unseren erfüllten oder nicht erfüllten Bedürfnissen angeregt. Ja, richtig gehört!
Nicht von einer Person oder einem Gegenstand selbst, sondern nur davon, ob diese Person unser momentan benötigtes Bedürfnis erfüllt oder nicht!

Sind sie erfüllt, so sind wir glücklich, fröhlich, freudig …
Sind sie nicht erfüllt, so sind wir traurig, ängstlich,  besorgt, erschöpft …

Wir blühen auf und können für andere da sein.
Wenn wir uns dazu noch die zweite Annahme in der Gewaltfreien Kommunikation vor Augen führen, so wird der Benefit gewaltig.

“Das Analysieren oder Bewerten ist ein tragischer Ausdruck unserer eigenen Werte und Bedürfnisse.”

Wenn ich mich um mich selbst kümmere – mir das, was ich benötige, gebe, dann wird das Analysieren und Bewerten automatisch weniger werden.

Das macht das Leben ungemein schöner und einfacher. Es entsteht ein Miteinander, ein wertschätzender Umgang.
Das ist das, was mir wichtig ist. Ich glaube, dass das jedem Menschen wichtig ist.
Also wann fängst DU an, für dich zu sorgen?

Euer Mike
von Rückkehr zum Frieden

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Textkorrektur: Melanie Huemer

 

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