Wertschätzung ausdrücken und Konflikte vermeiden oder: Ich seh, ich seh, was du nicht siehst!

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Wertschätzung richtig auszudrücken, fällt dir schwer? In der Gewaltfreien Kommunikation ist der erste Schritt, über Beobachtungen zu sprechen. Ich möchte dir heute die Schönheit der Fakten anstatt der Interpretation aufzeigen. Ja, eine blumige ausgeschmückte Sprache ist schön. Sie berührt und transportiert das Gefühl des Erzählers und schürt die Fantasie des Lesers. Sie lässt viel Spielraum für Interpretationen.

Aber Fakten können, wenn sie richtig beschrieben werden, schöner sein als jegliche Interpretation. Wenn du dich darauf einlässt und die darauffolgenden Schritte der Gewaltfreien Kommunikation durchführst, lernst du dich viel besser kennen und kannst deinem Gegenüber aufrichtige Wertschätzung entgegenbringen!

Was meine ich damit?

Wertschätzend kommunizieren = beobachten statt interpretieren

Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Beobachtung und Interpretation?

Eine Beobachtung bezieht sich auf Fakten: Was habe ich gesehen, gehört, erlebt? Ohne jegliches zusätzliche be- oder verurteilende Eigenschaftswort.

Quelle: Pixabay — Beobachten nicht nur mit dem Verstand, sondern für die Verbindung ganz wichtig, auch aus der Tiefe des Herzen heraus!

 

Die Beobachtung erfolgt zum einem über denn Intellekt, und zum anderen für mich wichtig, über meine Emotionen. Was löst das Gesehene die Situation bei mir aus.

Eine Interpretation beziehen sich auf dein moralisches Wertesystem und/oder deiner vermeintlichen Erfahrung.
Es ist beides wichtig, denn: Ohne unserer Beurteilung von Situationen aus unserer Erfahrung heraus würde es uns mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben.

Interpretation ist für mich auch was wunderschönes, wenn ich vor einem Bild stehe, das mich bewegt und tief berührt. Ich liebe es sich in die Gedanken des Malers hineinzuversetzen oder meiner Fantasie freien lauf zu lassen und in diesem Bild all das zu entdecken was mich berührt.

Quelle: Pixabay

 

In der Kommunikation, speziell in Konfliktsituationen, sind Bewertungen aber absolut hinderlich. Beim empathischen Lauschen und Klarheit finden, was mein Gegenüber wirklich bedrückt, ist das Beurteilen der Situation und das Nachfragen (auch empathisches Vermuten genannt) hilfreich. Ich möchte aus tiefstem Herzen in echter Verbundenheit wissen, wie es meinem Gegenüber geht.

Was meine ich damit?

Die Schönheit der Beobachtung – ein Beispiel

Angenommen, mein Partner zieht ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter und antwortet nur „Mhm, ja.“

Hinderlich:
Ich interpretiere, dass er grantig ist und sage:
“Du immer mit deinem grantigen Schauen vermiest mir immer den ganzen Tag.”

In diesem Fall vermische ich meine Interpretation mit meinen Beobachtungen und gehe zusätzlich in die Beschuldigung.  Als ob meine Partner der Grund dafür ist, dass ich einen miesen Tag habe. Ich gebe meine Verantwortung für mich ab und gebe mein “Leben” in seine Hände, weil “ER” mir den Tag vermiest. Mit dieser Aussage kann es mir erst wieder gut gehen, wenn er wieder lächelt und selbst gut drauf ist. Hier wird die Möglichkeit ein Gespräch, das verbindet, zu führen sehr gering.

Förderlich:
Ich vermute empathisch und frage, ob etwas vorgefallen ist, was ihm traurig oder unzufrieden stimmt: „Kannst du mir bitte sagen, ob du traurig oder missmutig bist? Es sieht für mich so aus und ich hätte gerne Klarheit darüber.”

In diesem Beispiel interpretiere ich auch, aber: Ich frage nach, ob ich mit meiner Interpretation richtig liege und vermische nicht meine Interpretation mit meiner Beobachtung. Hier will ich meinen Partner empathisch abholen, vielleicht öffnet er sich ja durch diese Frage.

Wertschätzung ausdrücken lernen mit einer kleinen Übung

Ich habe hierfür eine Übung entwickelt. Meine Intention ist, nicht unbedingt immer mit Beispielen zu üben, die Konflikte fördern. Denn besonders bei der Wertschätzung ist es schön, wenn man über Beobachtungen spricht. Viel schöner, als jede wohlgemeinte Floskel.

Wie ist das zu verstehen?

Beliebte Floskel in Beziehungen, die Wertschätzung ausdrücken sollen:

  • Das schmeckt gut.
  • Du bist schön.
  • Du bist brav.
  • Ich liebe dich.
Quelle Pixabay

Wie wäre es, wenn wir zusätzlich aussprechen, was uns zu dieser Aussage bewegt?

Anstatt zu Sagen

Sage ich

Das schmeckt gut.

Danke für diese gute Essen. Es bereitet mir Freude, dieses für mich mit richtiger Schärfe und gut gewürzte Essen zu genießen.

Du bist schön.

Es ist schön und freut mich so sehr, wenn ich den Glanz in deinen Augen und dein Lächeln sehe. Das macht mich richtig lebendig

Du bist brav.

Ich bin dankbar, dass du das Geschirr weggeräumt hast, denn das unterstützt und erleichtert mich.

Ich liebe dich.

Mit dir so Arm in Arm zu sitzen und angeregt Zukunftspläne zu schmieden, lässt mich gerade so stark mit dir in Verbindung sein, dass es mich ganz mit Liebe erfüllt. Danke dafür.

Das sind nur Beispiele für die Aussagen. Aber ich traue mich wetten, zumindest mir geht es so, dass ich tausend verschiedene Momente erlebe, wo ich sagen könnte: “Ich liebe Dich“; „Du bist schön“ etc.

Versuche, anhand der Übung zu erforschen, was deine Beweggründe, deine Beobachtungen sind, um “Ich liebe dich” oder mit anderen Worten deine Wertschätzung auszudrücken.

Es gibt dir und deinem Gegenüber die Chance, dich besser kennen zu lernen und damit die Chance, noch mehr zu deinem Leben beizutragen.

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken!
Alles Liebe,
deine Mike von Rückkehr zum Frieden!

PS.: Schreib doch in den Kommentaren wie es dir mit Wertschätzung geht.

gewaltfreie kommunikation niederösterreich

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