Vater-Sein mit Empathie und Einfühlsamkeit

Herzlich willkommen bei einem neuen Blogbeitrag aus der Reihe “Vater-Sein”.
Heute widmen wir uns dem Buchstaben “E” wie Empathie und Einfühlsamkeit.
Welchen Benefit hat es, empathisch zu lauschen und einfühlsam da zu sein, anstatt Ratschläge, Tipps und Vergleiche anzustellen?

Was ist Empathie?

Empathie ist eine der schönsten Gesten, die du dir selbst und/oder deinem Kind anbieten kannst.
In einem meiner >Artikel über Gewaltfreie Kommunikation < habe ich ein Gedicht gebracht, welches an Bedeutung und Aussagekraft nicht verloren hat.

Ich bin ich
und
du bist du,
wenn ich rede,
hörst du zu.

Wenn du sprichst
dann bin ich still,
weil ich dich verstehen will.

Irmela Brender

In diesem Gedicht sind die beiden Aussagen “hörst du zu” und “bin ich still” essenziell. Genau das beschreibt empathisches Lauschen.

Aber nicht nur ich bin still, sondern auch meine Gedanken. Ich versuche, meine Aufmerksamkeit wirklich bei meinem Gegenüber zu haben, zu lauschen und zu verstehen.
Den Schmerz, die Trauer mitzufühlen, aber auch die Freude mitzuerleben. Nicht versuchen, die Gefühle durch Trösten, Vergleichen oder eigene Geschichten zu dämpfen oder gar wegzudrücken.

Gefühle sind was Schönes, was Lebendiges und ich bitte dich, dein Kind alle Gefühle erleben zu lassen. Dazu passt auch der Spruch meiner Mentorin <Gabrielle Grunt>: Gefühle sind wie ein Kompass. Sie zeigen uns, ob uns gerade was fehlt oder erfüllt ist. Das ist Leben.

Einfühlsamkeit

Versuche stattdessen – und wenn es noch so schwer fällt – dein Kind in diesem Schmerz zu sehen. Einfach nur für dein Kind DA zu sein und zu lauschen.

Bitte tröste es nicht mit Aussagen wie:
Auch andere Mütter/Väter haben schöne Töchter/ Söhne.
Bis du heiratest, ist es wieder gut.

Sympathisiere auch bitte nicht mit: “Ja, alle Männer / Frauen sind doof.” oder ähnlichem.
Erzähle auch keine eigenen Vergleiche oder wie super du das gemeistert hast – so nach dem Motto: Ist doch halb so schlimm. Oder auch eine brauchbares Negativbeispiel:

Sei froh das du ihn / sie los bist.
Du hast was Besseres verdient.

Ich glaube, du weißt, worauf ich hinaus will.

Diese Aussagen helfen dem Kind nicht und trennen sogar mehr als sie verbinden.

Versuche einfach zu lauschen und wenn du Klarheit brauchst, frage vorsichtig und einfühlsam nach.

Wenn dir dabei Gedanken kommen, von denen du glaubst, dass sie hilfreich sein können, dann parke sie einstweilen und lausche weiter. Wenn dein Kind zum Ende gekommen ist, frage es, ob du etwas dazu sagen darfst. Und dann beginnst du auch nicht sofort mit deiner Weisheit, sondern gibst das Gehörte wieder und erzählst erst dann von deiner Erfahrung.

Oft genügt es auch nur schweigend nebeneinander zu sitzen und das Kind spüren zu lassen: ” Ich bin da.”

Wenn du das machst und nicht sofort mit einer Lösung oder einem Tipp daherkommst, dann wird dein Kind sowas von dankbar sein – über die Nähe und die Verbindung, die dabei entsteht. Dankbar, dass es den Schmerz fühlen durfte und er nur durchs Sein und Zulassen leichter wird. Das ist es, was zählt: Verbindung zu deinem Kind.

Ich danke dir fürs Lauschen, fürs Lesen und ich freue mich über Kommentare!

Alles Liebe, dein

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Korrektur: Melanie Huemer von Textgespür

Den ganzen Artikel gibt es hier zum nachhören bzw. nachlesen

Youtube

https://youtu.be/7AJSFKuYZDI

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