Von Vater zu Vater – das Interview mit Roman Kolesik

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Interview aus der Reihe
“Von Vater zu Vater – Das Interview”

Zu Gast heute bei mir Roman Kolesik.

Danke noch einmal Roman für dieses Interview.
Er selbst ist Vater, Trainer und gerade am Weg zum Berufspädagogen.
In diesem Interview verrät er uns heute seine Herausforderungen und seine Freuden.
Sein Geheimnis einer tiefen innigen Vater-Kind-Beziehung.

Viel Spaß beim Lauschen!

Alles Liebe, dein

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Mehr zu Roman Kolesik findest du auf hier in seiner Gruppe Elitetrainer:
https://www.facebook.com/groups/836982593458577

Mehr über mich und eine tiefe, innige Vater Kind Beziehung findest du auf meiner Seite: https://www.rueckkehr-zum-frieden.at.
Zum direkten Austausch von Vater zu Vater komm gerne in meine Facebook-Gruppe! https://www.facebook.com/groups/29957…

Hier mehr Interviews aus der Reihe von Vater zu Vater

Von Wölfen und Giraffen

Danke liebe Julia, das ich dein Gedicht hier teilen darf.
Es hat mich sehr berührt und berührt mich immer noch wenn ich es lese.
Für mich hast du den Wert, die Haltung, den Sinn der Gewaltfreien Kommunikation in diesem Gedicht herausgekehrt und doppelt und dreifach unterstrichen.

Mich berührt deine Offenheit, deine Wortspielerei und dein Mut das Vorzutragen und dich so offen zu zeigen.
Danke für dieses wunderschöne Remembering in Rastenberg.

Ein Gedicht von Julia Lederer

Es ist erst wenig Monat her
Kannt GfK schon lange Zeit
Wollte wissen drüber mehr
Und war für´s Waldviertel bereit

Hörte klar die inn´re Stimm
Sagt zu mir ganz laut: du musst
Ich bereit nun dafür bin
Und meld mich an für den August

Möcht nicht mehr mit andern streiten
Wenn ich bin im Egowahn
Will mein Bewusstsein noch erweiten
Und machen meine Wölfe zahm

Kann Themen dort mit Menschen klären
Denn hier sind alle gleichgesinnt
Brauch mich nach Einheit nicht verzehren
Wenn Trän der Heilung runterrinnt

Doch die and´re Stimm, die zweite
Die mir stets zur Seite stehe
Sie im Zweifel mich geleite
Ich keine Fehler mehr begehe

„Tu die Finger davon lassen
Mußt nicht fahren schon wieder weit
Tust nicht zu andern Menschen passen
Bist stets an der Außenseit

Hast du es schon ganz vergessen?
Willst du denn schon wieder grollen?
Warst von Einsamkeit besessen
Weil die andern dich nicht wollen!

Seid´s 24 an der Zahl
Du kennst davon noch keinen
Das ist für dich doch eine Qual
Unterdrücken Angst und Weinen

Willst nochmal im Schmerze darben?
Holen hervor die alten Waffen
Wieder bluten deine Narben
Off´ne Wunden werden klaffen“

Na gut, ich nun ganz ehrlich bin
Hatt´ schon ein wenig Angst davor
Vielleicht macht alles keinen Sinn
Wenn ich nochmals im Alten bohr

Man konnte mich doch nie verstehen
So musste ich mit ihnen streiten
Will niemand meine Schönheit sehen
Und mich in meine Kraft geleiten

War ihre einzig Strategie
Erkannten niemals meinen Wert
Sie sahen mich nicht mit Empathie
Und quälten mich mit ihrem Schwert

Taten immer mit mir schimpfen
War die Absicht mich zu zähmen
Mich mit Schuldgefühlen impfen
Um Emotionen ganz zu lähmen

Versuchten meinen Willen zu brechen
Mit Belehrungen zu schützen
Mit Worten wie mit Dolchen stechen
Konnt ich nicht für Wachstum nützen

Doch etwas in mir wollt es wissen
Die Gedanken sind doch Müll
Will so gern die Heilung küssen
Und kommen viel mehr ins Gefühl

Will aufhören and´re zu bewerten
Auch wenn sie mich ganz doof begaffen
Erkennen ihre inn´ren Gärten
Und sehen in ihnen stets Giraffen

Will nicht mehr in Gedanken wühlen
Bewertung speien wie ein Drache
Mich viel mehr lernen einzufühlen
Das nennt man hier Giraffensprache

Das ist nun wirklich gar kein Scherz
Legt Urteil und Bewertung lahm
Verbindest mehr dich mit dem Herz
Bemerkst dabei den Wolfenzahn

Am ersten Tag schon darf ich sprechen
Ich in die Schanigroup mich warf
Und schon die ersten Egos brechen
Gibt dafür jetzt schon viel Bedarf

Wie wir uns alle gut verstehen
Gefühle stets sehr ähnlich klingen
Bedürfnisse in andern sehen
Bringt Seelen sofort zum Schwingen

Tat dann gleich im Frieden weilen
Denn das konnt ich genau beachten
Hab aufgehört zu verurteilen
Wir miteinander lachten

Die erste Nacht, die war nicht fein
Ich fand hier leider keine Ruh
Das Zimmer war zu laut, zu klein
Die ganze Nacht kein Auge zu

Zum Schlafen hier nicht in der Lage
Tu nach Erholung mich verzehren
Halt´s nicht aus fünf lange Tage
Muss vieles hier schon jetzt entbehren

Angst kam auf in mir wie Schranken
Ich fühlte mich so sehr verloren
Hatte sogar Fluchtgedanken
Ach wäre ich doch nie geboren!

Am nächsten Tag dann meine Bitte:
„Würde jemand mit mir tauschen?
Ich kann nicht finden meine Mitte
wenn ich muss Klogeräusche lauschen!“

Das macht doch keiner, nie und nimmer
Schon eingestellt auf Frust und Gram
Eh schon so traurig mit dem Zimmer
Empfinde ich nun auch noch Scham

Doch dann – ein Engel mir erscheint
Tauscht mit mir ihr schöns Gemach
Hab vor Freude fast geweint
Zu mir ganz zärtlich sprach:

„Wenn ich nach deiner Bitte handel
Seh dein Bedürfnis ist so groß
Erleben dürfen deinen Wandel
Lass ich doch gern vom Zimmer los“

Worüber ich mich wundern tu
Es herrschen hier recht seltsam Sitten
Kriegst alles was du willst im Nu
Brauchst einfach nur darum zu bitten

Es gibt nichts Besseres zu fragen
Was anderer Bedürfnis sind
Zum Wohle derer beizutragen
Berühren das verletzte Kind

Kann nun das Seminar genießen
Riech den Duft der schönen Lärchen
Seh die Liebe in uns sprießen
Das ist ja alles wie im Märchen

Viele kamen her mit Leiden
Und hast du gar ein Thema, fett
Wir müssen Schmerz hier nicht vermeiden
Denn jetzt geht’s auf zum Tanzparkett

Da legt man Zettel auf den Boden
Beim ersten darfst du gerne werten
Wo die Wölfe daran zogen
Und Urteile noch an dir zerrten

Stellst dich hin, sagst was du denkst
Wirst begleitet von wem anderen
Dich zum Beobachter hin lenkst
Gedanken zu Gefühlen wandern

Kommt alle dran, habt nur Geduld
Wirst auch immerwegs begleitet
Kannst gerne tanzen Scham und Schuld
So deine Sicht sich danach weitet

Geht´s um ne Entscheidung nur
Ist´s gut zu tanzen Nein und Ja
Dann brauchst du eine Inventur
Geleitet von der Deborah

Magst gerne mit dem Ego handeln
Ist was besondres für die Seele
Kannst lernen Schmerzen umzuwandeln
Passt gut auf die Gabriele

Lernst du dein Bedürfnis spüren
Keimt langsam auf, so wie ein Zwerg
Lass dich von ihm ganz tief berühren
So meints der Marshall Rosenberg

Denn wenn du aufgehst in dem Tanz
Dein Bedürfnis hast gefunden
Fühlst du bald dich wieder ganz
Vollständig gar mit dir verbunden

Gedanken, die sind nun neutral
Ich nicht mehr mit mir selber schwätze
Kann treffen eine neue Wahl
Hab aufgelöst die Glaubenssätze

Mein Denken oft im Hirne rase
Kann nicht leben meinen Willen
So komm ich niemals in Ekstase
Nicht leben Frieden, sanften, stillen

Wenn inn´re Zweifler wieder lachen
Versuchen euch dann auszutricksen
Tut das Bedürfnis gut bewachen
Um nicht in eurem Hirn zu wichsen

Denn wenn das Ego manchmal kracht
Und ihr im Verstande wühlt
Es über euer Leiden lacht
Ist eure Sehnsucht nicht erfüllt

Das Leben wird euch zeigen Härten
Werdet hohe Preise zahlen
Wollt ihr weiterhin bewerten
Könnt ihr nicht in Liebe strahlen

Und manchmal tut es bitter weh
In meinem Schmerze tu ich brennen
Dahinter nur Bedürfnis seh
Vor meinem Leid davon zu rennen

Bleib ich dann doch im Feuer stehen
Im Gefühle tu verweilen
Den Weg der Werte treu zu gehen
So können meine Wunden heilen

Denn eines kann ich euch empfehlen
Ihr werdet es mir glauben nie
Am besten tut ihr euch vermählen
Mit eurer eignen Empathie

Denn wenn ihr wisset was ihr seht
Im Gefühle dann verweilen
Und das Bedürfnis dann aufgeht
Euch an der Freude aufzugeilen

Verkennet ihre Vielfalt nicht
Der Verzicht euch doch so quäle
Seht es als eure Herzenspflicht
Und als Ausdruck eurer Seele

Mit dem Bedürfnis ganz verbunden
Der Schönheit seht ins Angesicht
Heilen Schmerz und alte Wunden
Könnt ihr strahlen in eurem Licht

Auch das Denken ist dann sauber
Gefühle frei und leicht wie nie
Seht ihr dann des Lebens Zauber
Und merkt tagtäglich die Magie

Hört auf vor Menschen wegzurennen
Es ist doch ganz das Leben, dein
Die Weisheit darin zu erkennen
Willst Recht ha´m oder glücklich sein?

So passt stets auf, was ihr denn sagt
Und merkt, wann immer ihr aneckt
Und jemand über Leiden klagt
Dann fehlt es meistens an Respekt

Und eines gilt´s hier noch zu sagen:
Es geht nicht nur um euren Willen
Verantwortung für euch zu tragen
Wird euch viel mehr dann noch erfüllen

Die Sehnsucht in euch nicht mehr wühlt
Habt ihr den Schmerz mal überwunden
Und innerlich ganz aufgefüllt
Im Wissen, dass wir sind verbunden

Jetzt hör ich auf und geb euch Ruh
Leb wohl du schönes Seminar
Geht langsam seinem Ende zu
Vollkommen war´s für mich sogar

Ich gerne wieder kommen will
Zu sehen euren Glanz
Denn ihr bedeutet mir so viel
Im Wissen wir sind ganz

Tut alles sich zum Besten wenden
Dank, dass ich eure Seelen sah
Lasst uns täglich Liebe senden
Mit Gabriele und Deborah

Für Gabriele und Deborah
Danke für eure Liebe
Wien im September 2019 von Julia

“Beschützende Macht” als Führungsaufgabe

Hallo und herzlich willkommen zu meinem neuen Blogartikel, der beschreibt was es bedeutet, Führung mit beschützender Macht zu leben.

Auf diese Idee bin ich gekommen, während ich mit meiner Lebensgefährtin den Segelkurs im schönen Weiden bei der Segelschule Kreindl besuchte. Ich hatte viele Beispiele zum Thema beschützende Macht und bestrafende Macht und ebenso viele Fragen: Wo ist die Grenze? Wo bin ich noch beschützend, wo bin ich bestrafend oder wo bin ich in der Freiheit einschränkend?

Doch während dieses Segelkurses wurde mir die Wichtigkeit und die Unterscheidung zwischen beschützender Machtausübung und bestrafender Machtausübung noch einmal verdeutlicht. Zumindest in Zusammenhang mit Führung 😉 .

„“Beschützende Macht” als Führungsaufgabe“ weiterlesen

Von Vater zu Vater – das Interview mit Frank Gaschler

Vater

Hallo und herzlich willkommen zu meinem ersten Interview in meiner Serie Von Vater zu Vater.
Ich darf heute recht herzlich Frank Gaschler begrüßen.
Frank Gaschler ist Vater von zwei Kindern, langjähriger Trainer für Gewaltfreie Kommunikation und Sozialpädagoge.

Wir haben uns zum Thema Vater Sein ausgetauscht und was dabei raus gekommen ist, hörst du in diesem Interview.

Ein interessantes Thema ist die Freiwilligkeit in Bezug darauf, das Kind ins Leben zu begleiten.

Denn letztendlich basiert alles auf Freiwilligkeit und trotzdem gibt es dabei Herausforderungen und für uns als Väter und Mütter verantwortungsvolle Aufgaben.

Sein Buch “Ich will verstehen, was du wirklich brauchst” ist in einer erweiterten Fassung erschienen und ich kann es dir von ganzem Herzen empfehlen. Ebenso die Bücher seiner Frau Gundi Gaschler.

Ich will verstehen, was du wirklich brauchst Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern.  ISBN: 978-3-466-31136-1

Alles Liebe, dein

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Bedingungsloses Grundeinkommen: Unmöglich – oder?

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Mit dem Thema bedingungsloses Grundeinkommen gehe ich heut einmal aus meiner Komfortzone raus. Ich habe schon oft darüber geredet und auch die diversesten Meinungen dazu gehört. Bedingungsloses Grundeinkommen ist ein Thema, das jetzt in Zeiten der Coronakrise möglicherweise wieder schlagend wird. Da ich kein Wirtschaftsexperte bin und selbst zwiespältig zu dem Thema stehe, schreibe ich den Artikel aus meinem Herzensverstand heraus.

Inspiriert zu diesem Artikel hat mich ein kürzlich erlebtes Ereignis.
Ich fuhr gerade mit dem Auto von Sankt Pölten nach Hause und hatte mich leider mit meinem Tank verschätzt. Es war knapp, aber ich war zuversichtlich, dass ich nach Hause kommen würde. Irgendwann überwog doch der Zweifel und ich entschied mich, bei der nächsten Tankstelle zu tanken.

Leider wurde diese im Laufe der Zeit auf eine nicht besetzte Selbstbedienungstankstelle umgebaut. Genau dieses Erlebnis inspirierte mich zu diesem Beitrag. „Bedingungsloses Grundeinkommen: Unmöglich – oder?“ weiterlesen

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Trägheit – eine echte Todsünde oder ein gesunder Wegweiser zu deinen Zielen?

Trägheit

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Mit diesem Artikel möchte ich meine Reihe der Todsünden, oder auch Hauptlaster genannt, fortsetzen.
Mit einigen Vorurteilen in Bezug auf Faulheit aufräumen und gleichzeitig die echte Gefahr hinter diesen Laster benennen.
Fühlst du dich auch manchmal “faul”, träge oder “feige”?
Wenn dem so ist, dann lies bitte aufmerksam weiter. Erkenne das Warum und die Bedürfnisse dahinter – aber auch die Gefahren. „Trägheit – eine echte Todsünde oder ein gesunder Wegweiser zu deinen Zielen?“ weiterlesen

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Wertschätzung ausdrücken und Konflikte vermeiden oder: Ich seh, ich seh, was du nicht siehst!

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Wertschätzung richtig auszudrücken, fällt dir schwer? In der Gewaltfreien Kommunikation ist der erste Schritt, über Beobachtungen zu sprechen. Ich möchte dir heute die Schönheit der Fakten anstatt der Interpretation aufzeigen. Ja, eine blumige ausgeschmückte Sprache ist schön. Sie berührt und transportiert das Gefühl des Erzählers und schürt die Fantasie des Lesers. Sie lässt viel Spielraum für Interpretationen.

Aber Fakten können, wenn sie richtig beschrieben werden, schöner sein als jegliche Interpretation. Wenn du dich darauf einlässt und die darauffolgenden Schritte der Gewaltfreien Kommunikation durchführst, lernst du dich viel besser kennen und kannst deinem Gegenüber aufrichtige Wertschätzung entgegenbringen!

Was meine ich damit? „Wertschätzung ausdrücken und Konflikte vermeiden oder: Ich seh, ich seh, was du nicht siehst!“ weiterlesen

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Zwischen Hoffen und Erwartung

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Erwartungen. Ich wette, auch dein Kopf ist voll davon. Dabei gibt es einen kleinen Unterschied zwischen Hoffen und Erwarten – und dieser ist wesentlich. Wenn du ihn erkennst, wirst du automatisch mehr Freude in deinem Leben erfahren. Hast du Lust darauf? Dann lade ich dich ein, mich ein Stück meines Weges zu begleiten. 

Erwartungen und die Gewaltfreie Kommunikation

Du verfolgst meinen Blog aufmerksam? Dann hast du möglicherweise schon mitbekommen, dass sich das Thema “Gewaltfreie Kommunikation” in mein Leben geschlichen hat. Doch was ist das genau?

Nicht nur, dass sie für mich eine wunderbare Strategie ist, um mit meinen Mitmenschen in Verbindung zu bleiben, ist die “Gewaltfreie Kommunikation” oder auch wertvolle Kommunikation 

    • eine Vision für ein friedvolles Miteinander, wo wir es schaffen, unsere Bedürfnisse friedlich zu erfüllen.

„Zwischen Hoffen und Erwartung“ weiterlesen

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Dir die Sprache des Seins erwandern

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Hallo ihr Lieben!

Ich möchte euch  im Nachhinein einen kurzen Einblick in mein Wanderseminar
“Dir die Sprache des Seins erwandern” geben.
Es war für mich eine wunderbare Erfahrung! Bereits während der Vorbereitungen habe ich erfahren und gespürt, wie wichtig und stimmig das für mich ist. Warum? Weil es an beiden Vorbereitungswochenenden geregnet hat – und ich mich trotzdem nicht davon abhalten ließ. Im Gegenteil: Es bereitete mir extreme Freude!

An diesen Seminar hing mein Herz. Denn es sollte der geplante Auftakt meiner Selbstständigkeit werden.

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Warum sollte? Geplant war der 1.9. als Startdatum für meine Selbständigkeit. Darauf habe ich alles abgestimmt.
Da wir aber in der Firma, in der ich momentan tätig bin, ein großes Projekt laufen haben, habe ich mein Ausscheiden aus der Firma auf den 31.12. verschoben. Egal, zurück zum Wesentlichen 😉

Die Idee zum Wanderseminar

Die Idee zu diesem Wanderseminar kam mir, als ich 2018 einen Teil des Lebensweges im Waldviertel wanderte. Wie der Name schon sagt, besteht der Lebensweg aus den verschiedensten Abschnitten des Lebens. Vom Kennenlernen der Eltern über die Zeugung und Geburt, bis hin zum zweiten Übergang, dem Versterben der menschlichen Hülle.

Wir versuchen, im Laufe dieser Zeit unseren Platz zu finden, uns zu entwickeln und zu lernen. Uns von ungeliebten Dingen, die wir auf unserem Weg mitbekommen oder erlebt haben, zu befreien. Und Geliebtes und Angenehmes zu verstärken.

Doch oft fallen wir in einen Schlaf! Wir laufen halbwach wie ferngesteuert durch das Leben! In diesem Modus steckt die Welt voller “müssen”, voller großer Erwartungshaltungen, uns selbst und anderen gegenüber. Wir interpretieren und geben Ratschläge. Durch Trösten versuchen wir, das Leid zu lindern. Aber nicht, weil wir das Leid wirklich lindern wollen –  sondern weil wir den Schmerz des anderen nicht ertragen können.

Dabei geht das eigentliche Ziel verloren: Uns zu entwickeln. Geliebtes zu verstärken. Alle Ecken und Kanten, alle (un)geliebten Wesenszüge, alle eigenen Gefühlen und Bedürfnisse anzunehmen und zu integrieren.
Irgendwo auf dem Weg verlieren wir unsere Absicht, uns ehrlich und authentisch zu zeigen und der Freude zu folgen.

Deshalb schien mir dieser Lebensweg passend. Damit wir uns wieder auf die Suche nach mehr Freude und dem ehrlichen, authentischen Selbstausdruck machen.

Die Ankunft in der Unterkunft

Unsere Unterkunft war im Bühnengasthaus Juster. Eben jener Juster, der den Lebensweg in die Welt gebracht hat und bei der Umsetzung des Projektes maßgeblich beteiligt war.

Bühnengasthaus Juster, Dir die Sprache des Seins erwandern, SeminarAm Ankunftstag kamen wir entspannt an, genossen unseren Willkommenssnack und bezogen unsere Zimmer.
Am Abend lernten wir uns kennen. Jeder, der wollte, durfte mit uns teilen, warum er an diesem Seminar teilnahm. Seine Absicht und Bedürfnisse kommunizieren.

Danach hielt ich eine kurze Einführung zu “Gewaltfreien Kommunikation”.
Was sie für mich bedeutet, wie sie mein Leben bereichert und verändert hat und was dahintersteckt.
Anschließend ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Der erste Tag

Zur Unterkunft führt zum einem der Abschnitt von 0-6 Jahre und ein Teil des Weges von 6-14 Jahren.
Das traf sich für mich sehr gut, denn das ist die Zeit, die uns am meisten prägt: Elternhaus, Umfeld, Freunde und nicht zu vergessen die Schule.

Wer meinen Blogartikel Bedingungslose Liebe kennt, weiß, wovon ich schreibe.
Die Kinder lernen mit hoher Wahrscheinlichkeit in dieser Zeit das Schubladendenken. Sie verlernen möglicherweise auch, den Mensch als Mensch zu sehen, sondern als Vater, Mutter, Lehrer, Junkie, Alki, Karrierefrau, Politiker etc. Außerdem entwickelt sich die “Muss-Haltung”.

Ich muss die Aufgabe machen. Ich muss gute Noten haben, sonst komme ich in meinem Leben zu nichts oder bin nichts wert. Um zu gefallen muss ich mich anpassen.

Hier nehme ich mich gar nicht aus. Viele von uns wurden so erzogen. Aber: Um wirklich friedlich ins sich zu ruhen, ist ein Umdenken absolut notwendig! Wenn ich mein Umfeld genauer betrachte, sind viele Menschen schon auf diesem Weg. Das freut mich und gibt mir Hoffnung und Zuversicht.

Die Ysperklamm

Deshalb war der erste Tag mit dem Weg durch die Ysperklamm passend. Auf dem Weg zur Ysperklamm machten wir Übungen zu Geben und Nehmen sowie zum Beobachten:
Wenn ein Teilnehmer eine Blume oder ein Panorama schön fand, versuchte er zu beschreiben was genau ihn daran erfreute.

Die Ysperklamm, das Rauschen des Wassers, das Panorama und die unglaubliche Anhäufung mancher Steine, ließen wir einfach auf uns wirken. Dabei versuchten wir, die Gefühle und Emotionen, die uns in der Klamm begegneten zu identifizieren. Am Ende der Klamm machten wir eine Rast und wer wollte, durfte seine Gefühle äußern. Es war ein bewegendes Erlebnis.

Wenn ich meine Augen schloss, dem Rauschen des Wassers lauschte und die Wärme der Sonne und des Steins genoss, kam ich mir vor wie ein Embryo. Der geborgen, geliebt und im Mutterleib behütet, heranwächst. Genauso wie uns die Mutter Erde geborgen hält und mit Liebe trägt. Ich könnte noch unzählige Vergleiche anstellen, die mir beim Durchschreiten der Klamm durch den Kopf gingen, doch das würde hier den Rahmen sprengen.

Wieder in der Unterkunft angekommen machten wir bei Kaffee und Kuchen eine Pause. Nach dem Frisch machen, trafen wir uns zu einem kurzen Rückblick wieder und reflektierten unter anderem folgende Fragen: 

Was konnte aus dem Tag mitgenommen werden? Was wurde erfüllt?

Der zweite Tag Bad – Traunstein nach Gutenbrunn

Wachtstein, Dir die Sprache des Seins erwandern
Aufstieg zum Wachtstein

Der zweite Tag führte uns vom Wachtstein über den Wiegenstein und Edlesberger Teich zurück nach Gutenbrunn. Dieser Abschnitt begleitet unser 50 – 60-jähriges Ich und wir gingen unseren Träumen und Zielen auf den Grund:

Was will ich bis dahin erreicht haben oder was habe ich schon erreicht?
Was ist aus meinen Träumen und Zielen geworden?
Was hat mich daran gehindert, sie zu erreichen?

Ich durchleuchtete mit den Teilnehmern diese Themen. Wenn aber jemand ein akutes Thema hatte, ging ich auch darauf ein. Mir ist in meinen Seminaren ein roter Faden wichtig. Aber es berührt mich, wenn ein Teilnehmer sich öffnet und zur Lebendigkeit des Seminares beiträgt.

Am Edlesberger Teich legten wir eine Rast ein und ich genoss noch ein kühles Bad in diesem 16° kalten Wasser. 😉

Zwei der Seminarteilnehmer sammelten nebenher Eierschwammerl, die dann am Abend in ein sehr schmackhaftes Essen verwandelt wurden. Das freute mich sehr. Denn es war für mich eine echt wertschätzende Geste.

Das Seminar “Dir die Sprache des Seins erwandern” geht zu Ende

Jedes noch so schöne Event geht mal zu Ende.
Am letzten Tag ließen wir die Tage noch einmal Revue passieren. Jeder durfte mitteilen, was er nach Hause mitnahm. Welche Bedürfnisse erfüllt wurden oder er sich noch gerne wünschte.

Zuvor machten wir eine kleine Wiederholung zum Gehörten und neu Aufgenommenen.
Die Teilnehmer waren sehr interessiert und aufgeschlossen und konnten sich nach eigenen Angaben einiges mitnehmen.

Ein Teilnehmer sagte zum Beispiel, dass es ihm wichtig ist, das Firmenklima zu verbessern. Dazu hat er jetzt eine Methode in die Hand bekommen, um dieses Ziel umzusetzen. Oft bedarf es “nur” einer Übung –  und ständigem Erinnern.

Wie so oft viel mir der Abschied nach solchen Seminaren schwer, aber ich freute mich auch schon wieder riesig auf meine Familie und meine Freundin.

Das nächste Wanderseminar ist in Planung und wird voraussichtlich im Mai stattfinden. Wenn du auf dem Laufenden bleiben willst, trage dich gerne in meinen Newsletter ein!

Ich freue mich jetzt schon, dich dort wieder zu sehen oder dich kennen zulernen.

Alles Liebe,
dein Mike von Rückkehr zum Frieden!

Korrekturgelesen von Melanie Huemer von Textgespür

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Bitte vs. Forderung – Was ist der Unterschied?

Ich möchte heute über die vierte Schlüsselunterscheidung der Gewaltfreien Kommunikation schreiben – Bitte statt Forderung.
Eine ehrlich gemeinte Bitte ist für mich die größte Herausforderung in der Gewaltfreien Kommunikation. Warum das so ist, möchte ich dir in diesem Artikel näherbringen.

In dem Artikel “Bedingungslose Liebe” habe ich erklärt, wie wichtig es ist, zwischen Beobachten und Interpretieren zu unterscheiden. Der Artikel “Gefühle vs. Gedanken” beschreibt die zweite Schlüsselunterscheidung. Eine weitere wichtige Komponente in der Gewaltfreien Kommunikation sind die Bedürfnisse, welche ich im Artikel “Bedürfnisse erfüllen” erklärt habe.
Was ist eine Bitte? Und was unterscheidet eine Bitte konkret von einer Forderung?
Eine Bitte hat deutlich mehr Vorteile gegenüber einer Forderung. So viele Vorteile, die ich heute in diesem Artikel herausheben möchte.

Bevor du jetzt weiter liest, möchte ich dich bitten, kurz innezuhalten. Lass dir die eingangs gestellte Frage durch den Kopf gehen und notiere deine Ideen dazu.

„Bitte vs. Forderung – Was ist der Unterschied?“ weiterlesen